Hämorrhoiden
Hämorrhoiden sind ein Leiden, dessen sich die meisten Betroffenen schämen. Oft scheuen Sie deshalb sogar den Weg zum Arzt. Wir möchten Sie mit diesen Informationen dazu ermutigen, bei Hämorrhoidalbeschwerden medizinischen Rat einzuholen.
Was sind Hämorrhoiden?
Jeder hat sie, vom Baby bis zum alten Menschen. Und jeder braucht sie zur Feinabdichtung des Mastdarms. Wenn sie jedoch zu groß und chronisch entzündet sind, werden sie zur Krankheit. Sie können jucken und schmerzen. Oft ist hellrotes Blut sichtbar. Besonders schmerzhaft wird es dann, wenn sich in den Hämorrhoiden Blutgerinsel bilden.
Und weil man allgemein der Ansicht ist, daß man Hämorrhoiden außer durch schmerzhafte Operationen nicht anders entfernen kann, leben heute viele Menschen mit diesen Beschwerden und diesem Risiko.
Wie entstehen Hämorrhoiden?
Krankhafte Hämorrhoiden können ausgelöst werden durch: starkes Pressen beim Stuhlgang, erhöhten Druck im Bauchraum, harten Stuhl, Durchfall
Beschwerden
° Blut im Stuhl, im WC, am Toilettenpapier oder in der Wäsche
° Jucken, Nässen, Schmieren, Fremdkörpergefühl
° Gefühl der unvollständigen Entleerung
° Vorfall von Knoten beim Stuhlgang
° Schmerzen, harter Stuhl
Verschiedene Stadien der Erkrankung
Stadium 1: vergrößerte Hämorrhoidalpolster mit Beschwerden
Stadium 2: Vorfall von Knoten beim Stuhlgang, die sich von alleine wieder zurückziehen.
Stadium 3: Vorfall von Knoten, die manuell wieder zurückgeschoben werden müssen.
Stadium 4: Vorgefallene Knoten, die sich nicht mehr zurückschieben lassen.
Wie können Sie Hämorrhoiden vorbeugen?
Ernährung - Ausgewogene, faser- und ballastreiche Ernährung, wie Gemüse, Früchte, Getreide und vor allem Flüssigkeit (2 l pro Tag) sorgen für einen ausreichenden weichen Stuhl, wodurch der Druck im Mastdarm verringert wird.
Richtige Stuhlentleerung - Man soll wenn man muß - und nicht wenn man will!
Vermeiden Sie "lange Sitzungen" - kein Zeitungslesen auf dem WC!
Abführmittel führen zur Gewöhnung und sind schädlich.
Wie häufig muß man Stuhlgang haben?  Entgegen der landläufigen Meinung muß man nicht täglich einmal Stuhlgang haben. Drei Stuhlentleerungen pro Tag sind ebenso normal wie einmal Stuhlgang in drei Tagen.
Hygiene - Starkes Reiben mit Papier ist ungünstig. Besser ist der Gebrauch von Feuchttüchern. Optimal ist auch Waschen bzw. Abduschen mit nachfolgendem trockentupfen.
Sport und Bewegung - Regelmäßige Bewegung in der Natur und gesunder Sport fördern die Darmtätigkeit.
Untersuchungen
Für die Untersuchung der Hämorrhoiden ist neben der Inspektion und der Austastung mit dem Finger die sogenannte Proctoskopie ausreichend. Dies ist die Ausspiegelung des Analkanals und des untersten Mastdarmabschnittes mit einem speziellen Instrument. Bei bestimmten Beschwerden und Symptomen, vor allem bei Auftreten von Blutungen, ist darüberhinaus eine Coloskopie (Ausspiegelung des gesamten Dickdarms) nötig.
Behandlungsformen
Die Behandlung richtet sich nach den Stadien, sowie nach den Beschwerden und Symptomen.
Konservative - nichtoperative Behandlung
Bei Erkrankungen im Stadium 1 erfolgt die Behandlung in Form von Salben, Zäpfchen, Sitzbädern und Medikamenten und durch die Verödung mittels Infrarotlicht.
Bei Erkrankungen im Stadium 1 und 2, in gewissen Fällen auch im Stadium 3, kann die Gummibandligatur zur Anwendung kommen. Diese Behandlung ist schmerzfrei und
ambulant möglich.
1. Verfahren: Operation nach Milligan/Morgen oder Parks
Dieses Verfahren eignet sich für die Stadien 3 und vor allem 4, da nur diese Operationstechnik die vollständige Entfernung von äußeren Hämorrhoidalknoten und Hautläppchen ermöglicht. Bei dieser Operation werden die Hämorrhoidalknoten weggeschnitten. Die Wunden müssen offen bleiben und heilen in ca. zwei Wochen ab. Da die Wunden in der hochempfindlichen Haut des Afters liegen, sind einige Tage lang sehr schmerzhaft. Der Stuhlgang ist oft wochenlang schmerzhaft. Nach dem Spitalsaufenthalt von ca. einer Woche sind noch einige Wochen Krankenstand notwendig. 4 Wochen lang Kontrollen, Dehnungen und meist auch die Einnahme von Schmerzmitteln sind notwendig.
2. Verfahren: Die Hämorrhoidenoperation nach Longo
Die Hämorrhoiden in der empfindlichen Haut des Afters werden nicht berührt. Es wird im schmerzunempfindlichen Enddarm ein ca. 3 cm breiter Schleimhautring ausgestanzt und der Defekt überbrückt. Durch die verringerte Blutzufuhr, dem verbesserten Blutabfluß aus den Schwellpölstern und deren Rückverlagerung in den Analkanal (Lifting), ist eine volle Funktion des Kontinenzorgans gewährleistet. Die Hämorrhoiden bilden sich spontan zurück. Schon am ersten Tag nach der Operation ist der Patient in der Regel schmerzfrei, der Stuhlgang ist problemlos, die Spitalsentlassung kann bereits am zweiten Tag nach der Operation erfolgen, der Patient ist sofort einsatzfähig. Diese neue Technik eignet sich besonders gut für die Stadien 2 und 3. Im Stadium 4 können die äußeren Knoten nicht vollständig entfernt werden, durch das Lifting kommt es aber zu einer deutlichen Rückbildung ohne bleibende Beschwerden. Es kann auch eine spätere Entfernung in örtlicher Betäubung ambulant erfolgen.
Vorteile: keine offene Wunde, die Feinkontinenz wird nicht gestört, kaum Schmerzen, rasche Heilung, keine Arbeitsunfähigkeit, keine Nachbehandlung.